Die zweckfreie Bildung nach dem Humboldt´schen Bildungsideal steht einer zweckhaften Bildung gegenüber, die nur den beschleunigten Erwerb berufsorientierter Kompetenzen im Sinn hat. Während seinerzeit die Universität ausschließlich als „Ort für wissenschaftliches Nachdenken“, als Hort der Einheit von Forschung und Lehre galt, gilt heute jemand fast schon als Historiker, wenn er überhaupt noch die Tageszeitung liest. Um eine Bildung per Studium nicht ausschließlich den von ihrer Herkunft Begünstigten vorzubehalten, wächst die Zahl billiger Diplome ohne internationale Akzeptanz der Abschlüsse. „An die Stelle Humboldt´scher umwegreicher Erkenntnisprozesse und des Erwerbs von Allgemeinbildung setzte sich die Bologna-Realität mit dem Sammeln von Punkten in Pflichtveranstaltungen“. Es gibt nicht wenige, die vor diesem Hintergrund eine Abwertung der akademischen Ausbildung in Universitäten als Massenausbildungsanstalten für Angestellte des mittleren und niederen Managements befürchten.