Bis in die achtziger Jahre war ein Studium nicht nur für politisch aktive Studenten an erster Stelle eine von Zwängen der Schule und des Erwerbsleben befreite Zeit, die „geistige und biographische Erfahrungen“ ermöglichte. Heute dagegen stehen in einer Mischung aus Buntheit und Uniformität Karriere- und Lifestyle-Themen im Mittelpunkt des Blickfeldes. Der Student von heute schafft sich nicht mehr ein eigenes Selbstbild, sondern dieses entsteht eher passiv als Reaktion auf zwischenzeitliche gesellschaftliche Veränderungen.
Vom Schüler zum Professional
https://www.bod.de/buchshop/vom-schueler-zum-professional-joerg-becker-9783734783562
Studenten von heute sehen für sich Hartz IV schon als Berufseinsteiger als segensreich an, wollen familiär und sozial integriert sein, ihren moralischen Grundsätzen immer treu bleiben (dürfen) und Beruf immer auch als Spaß haben verstehen (dürfen). Mit immer „dürfen und sicher sein“, familiär und sozial in immer kuscheliger Nähe zu verweilen, könnte es auf manchem Karriereweg (so er dann nach oben führt) allerdings so eine Sache sein.
Lohn der Schule
https://www.bod.de/buchshop/lohn-der-schule-joerg-becker-9783739222967