Durchfahren einer schon verlassenen Gegenwart

 

 

Mit einem Schritt in ein schwankendes Ruderboot kann jemand den Herrschaftsbereich des Alltags verlassen, gewinnt Abstand und lässt nach dem Ablegen vom Steg vieles hinter sich. Im Gleichtakt der Ruderblätter und dem gurgelnden Wasser unter sich kann sich sein Denken leichter verlieren, seine Gedanken werden freier. 

 

https://www.derstandortbeobachter.de/publikationen-medien/ 

 

Rudern ist zwar eine eigenartige Art der menschlichen Fortbewegung, dennoch vielleicht eine sehr philosophische: der Ruderer fährt zwar vorwärts, blickt dabei trotzdem immer nur zurück. Rudern ermöglicht durch gleichzeitiges Vorwärtsfahren und Rückwärtsschauen, mit dem Durchfahren einer schon verlassenen Gegenwart, eine besondere Wahrnehmung der Welt und sein Verhältnis zu ihr. Der Ruderer durchfährt eine Gegenwart, die schon hinter ihm liegt. Alles was er beim Vorwärtsfahren rückwärtsschauend wahrnimmt, ist schon vergangen. Für einen Transformationsmanager sind die Veränderungsprozesse der Digitalisierung niemals abgeschlossen, sondern müssen als immerwährende Aufgabe gesehen werden. Er muss daher immer wachsam und sensibel für sein Umfeld sein und muss den richtigen Zeitpunkt zum Handeln bestimmen können. Zeiten der Transformationen sind Zeiten des (kontrollierten) Übergangs, die an ihn besondere Anforderungen stellen und viel (zusätzliche) Aus- und Weiterbildung verlangen. Transformationen sind häufig auch mit Durststrecken verbunden: es kommt darauf an, diese durchzustehen.

 

 

Denkstudio für strategisches Wissensmanagement zur Analyse mittelstandsorientierter Businessoptionen auf der Basis von Personalbilanzen und Standortbilanzen, Jörg Becker, Friedrichsdorf

J. Becker Denkstudio