Der technologische Umbruch durch Digitalisierung, Vernetzung und beschleunigte Kommunikation beeinflusst direkt auch die Gesellschaft, das Zusammenleben, die Kommunikation und die Arbeit. Etablierte Lebens-, Arbeits- und Denkweisen sind innerhalb nur weniger Jahre teilweise obsolet geworden. Berufseinsteiger tauchen in die für sie noch neue Welt der Arbeit ein: in jenes sonderbare Gefüge mit geschriebenen und ungeschriebenen Gesetzen, mit offiziellen und inoffiziellen Hierarchien, mit Chefs- und Unter-Chefs und so fort.
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In einer Arbeitswelt der Zukunft, einer Arbeitswelt der Netzgläubigen und Cyber-Anhänger, gibt es nur noch wenige Hauptfächer: hundertprozentig vernetzt, lebenslanges Lernen und agieren am Limit, unbedingte Unterwerfung unter vorgegebene Ziele, grenzenloses Engagement (total involvement) und allseitige Transparenz. Der Berufseinsteiger in seiner Anfangszeit ist ein Unwissender unter Wissenden, der kennt (noch) nicht die geheimen Verästelungen der Macht, wer mit wem und warum, was gar nicht geht. Ohne Anpassung in diesem Labyrinth ist die Gefahr des Scheiterns groß. Und schon beginnen sie ihr Werk: die Mechanismen der Anpassung. Mit der Entgrenzung der Arbeitswelt, d.h. den sich auflösenden Grenzen zwischen öffentlichem und privatem Leben, wird gleichzeitig auch die emotionale Vereinnahmung des Einzelnen immer intensiver. An dieser Stelle kommt denn auch nicht ganz überraschend die Zauberkraft von Big Data ins Spiel: wenn man die unbewussten Entscheidungsmuster der Menschen versteht, lässt sich danach auch die Komplexität einer ganzen Gesellschaft verstehen (und steuern). Ein Traum der Wissenschaftler ist das „lebende Labor“, das sämtliche Verhaltensmuster „sozialer Organismen“ misst. Ein Transfer von Wissen schafft Multiplikatoren. Wissen ist der einzige Rohstoff, der sich durch Gebrauch vermehren lässt. Wissen muss geschützt und gesichert werden.
Ein modernes Paradox: Informationswachstum kann Wissensarmut erzeugen. Nicht jede Information wird zu Wissen. Dafür braucht es Selektion und Interpretation.