Nicht erst seit der digitalen Transformation ist es wichtig, die eigene Kernkompetenz zu kennen und darauf zu konzentrieren. Big Data könnte ein Spiel mit der menschlichen Existenz sein. Ein Spiel, dessen Regeln man nicht kennt und die im Dunkeln wirken.
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Ein Horror-Szenario: ein Facebook-Login ersetzt den Pass, ein Facebook-Profil hat mehr Wirklichkeit als sein Gegenpart aus Fleisch und Blut. Wie immer man dazu stehen mag: die Gefahr, dass Daten mit menschlichem Leben identisch werden können, ist real und nicht von der Hand zu weisen. Und der Technikaufschwung ist noch längst nicht am Ende: künstliche Intelligenz, Robotik oder das Internet der Dinge stehen noch am Anfang: die künstliche Intelligenz bereitet sich auf einen weiteren Vorstoß gegen Formen des kreativen Menschseins vor: die des Lesens, wenn bei der Aufnahme von Sätzen Bilder vor dem geistigen Auge entstehen und vorbeiziehen.
Viele möchten am liebsten auch den Mensch auf eine berechenbare Größe (so kalkulierbar wie der Stromverbrauch im Smart Home) reduzieren. Das, was als Komfort- und Intelligenzgewinn angepriesen wird, entpuppt sich hinter der Fassade bald als der Entwurf einer programmierbaren Welt. Wissenschaftler (und nicht nur sie) fragen sich daher, ob Maschinen dereinst menschähnlich werden oder ob nicht vielleicht doch Menschen eher maschinenähnlich, d.h. immer direkter programmierbar werden („Biopolitik“ mit undurchschaubarer Macht)? Tech-Konzerne sind von der Idee beseelt, mit „technosozialem Engineering menschliches Verhalten nicht nur zu analysieren, sondern auch zu steuern. „Der freie Wille wird zu einer binären Zahlenlogik kodiert, die auf ökonomische Verwertbarkeit ausgerichtet ist“.
Ein modernes Paradox: Informationswachstum kann Wissensarmut erzeugen. Nicht jede Information wird zu Wissen. Dafür braucht es Selektion und Interpretation