Auf keinem Gebiet der Technik ereigneten sich so sprunghaft kühne Fortschritte wie im Flugwesen, die Entwicklung ist unaufhaltsam fortgeschritten. Der ehemalige Flieger in jener Pionierzeit, in der sich (aus heutiger Sicht) wagemutige Piloten völlig auf sich allein gestellt und nur auf ihr Fluggerät, ihren Motor und ihr fliegerisches Können vertrauende auf die Reise durch die Lüfte machten.
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Der erste und größte Flugpionier der Menschheit war Leonardo: Flugzeug, Fallschirm, Hubschrauber, alles hat er vorausgedacht, gezeichnet, beschrieben. Unwürdig schien es ihm, immer an die Erde gefesselt zu sein. Fliegen war schon für ihn mehr als nur eine Frage der Technik. Es war ihm eine Frage des Menschseins. Als er noch Kind war zogen eines Tages Kraniche über ihn hinweg, mit gemessenem Flügelschlag, majestätisch in ihrem Reich der Lüfte. In Ungeduld bewegte er seine Arme wie Flügel. Doch sie hoben ihn nicht.
Der Traum aber blieb, dass der Mensch die Luft unterjochen und sich über sie wird erheben können, wenn er gegen den Widerstand der Luft mit seinen großen Flügeln, die er sich angefertigt hat, eine Kraft ausübt und diesen Widerstand überwindet. Ist es ein Wunder, dass ein solcher Mensch sich danach sehnte, seinen Körper von der Erdenschwere zu lösen, dass er nach Flügeln suchte, die ihn nach den freien und unbetretenen Gefilden der Höhe tragen sollten? Nach einem Auftrieb auch im Luftmeer, um auch in diesem schweben, fliegen zu können? Das Glücksgefühl des Fliegens erleben zu dürfen, frei über der Erde zu schweben, mit den Winden zu kämpfen und zugleich mit ihnen eins zu sein?
Starts und Landungen im nassen Element
Wasserpiloten dürfen keine Einzelgänger sein: denn anders als bei Flugzeugen, die auf Land starten und landen, brauchen sie fast immer fremde Hilfe, um ihre Maschine unbeschadet an eine Boje, den Anlegesteg oder vom Ufer wieder zurück aufs offene Wasser zu bekommen. Und anders als bei einem Flugzeug auf Land nützen die Bremsen im Wasser überhaupt nichts. Vorausschauendes Einschätzen von Wellengang, Strömung und eigener Geschwindigkeit ist also Voraussetzung, um ein solches Flugzeug unbeschadet an das gewünschte Ziel zu bekommen. Wasserfliegen dürfen ohnehin nur jene mit einer speziellen Ausbildung hierfür: mehrere Stunden Flugtraining und mehrere Dutzend Starts und Landungen im nassen Element sind hierfür erforderlich. In den zwanziger und dreißiger Jahren wurde Claude Dornier durch seine hochseetauglichen Flugboote, vor allem durch das damals größte Wasserflugzeug der Welt, die zwölfmotorige Do-X berühmt.
Ein modernes Paradox: Informationswachstum kann Wissensarmut erzeugen. Nicht jede Information wird zu Wissen. Dafür braucht es Selektion und Interpretation