Selbstoptimierer und Perfektionisten

Im stetigen Strom der Daten werden diese analysiert. Menschen werden lesbar gemacht. Algorithmen fördern Dinge zutage, nach denen man zunächst gar nicht gesucht hatte. Aus Datenfragmenten formen Informatiker ein digitales Spiegelbild. Menschen durchschauen das Spiel nicht, das über ihr Schicksal entscheidet. Daten fallen laufend und überall an: im Shop als Kunde, bei der Bank, beim Arzt, bei Gericht, im Krankenhaus, in den Behörden und Netzwerken  und so weiter und so weiter. Die Onlinewelt fließt zusammen mit der Offlinewelt und hat sich dieser bereits weitgehend bemächtigt, alles scheint gläsern und nackt zu sein.. Hat jemand eine Führungsposition ergattert scheint alles perfekt, Probleme werden ausgeblendet. Wenn es dann nicht gut läuft, zeigt sich: perfekt ist gar nichts. Die Sucht nach einem „perfekten“ Leben kann krank machen: das stete Streben nach höchster Perfektion und das Setzen unrealistischer Ziele. Die Kollegen, die Nachbarn, die Familie: allen versuchen wir etwas zu beweisen, nämlich unser Perfektsein. Wir leben in einer Welt von Selbstoptimierern, einer Welt des „immer-mehr“ und des „immer-besser“. Selbst das Beste zu geben, reicht 120-Prozentern in ihrem Windmühlenkampf nicht aus.

Denkstudio für strategisches Wissensmanagement zur Analyse mittelstandsorientierter Businessoptionen auf der Basis von Personalbilanzen und Standortbilanzen, Jörg Becker, Friedrichsdorf

J. Becker Denkstudio